Das Bild zeigt eine Karte der Gegend um Köln
Quelle: TH-Köln

Technische Hochschule Köln

Co-Site

Mit welchen gesellschaftlichen Herausforderungen setzt sich das Vorhaben auseinander?

Aufgrund des Klimawandels und in Folge des Endes der Stromversorgung durch die Verbrennung von Kohle steht die Region rund um Köln vor einem Strukturwandel. Dabei rücken hochkomplexe und gesellschaftlich integrativ zu denkende Transformationsprozesse in den Fokus. Trotz zahlreicher bestehender Notfallpläne und Maßnahmen im Katastrophenschutz bestehen weiterhin große organisatorische, technologische und gesellschaftliche Herausforderungen, um ähnliche Lagen wie das Starkregenereignis 2021 künftig zu bewältigen. Diese haben nicht nur gezeigt, dass unsere Gesellschaft immer stärker von sog. Kritischen Infrastrukturen abhängig ist. Sondern auch, dass eine Weiterentwicklung von strategischen und integrativen Maßnahmen notwendig ist.

Welche zentralen Ziele verfolgt das Vorhaben?

Co-Site entwickelt und gestaltet gemeinsam mit Partnern in Form eines Reallabors einen methodischen, strukturellen, organisatorischen und räumlichen Rahmen, um gemeinsam mit den Partner Wissen über (lokale) Infrastrukturen und ihre Verflechtungen zu sammeln, zu erzeugen, anzuwenden und zu kommunizieren, Akteure aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik in ergebnisoffenen regionalen Transformationsprozessen zu vernetzen, Transfermethoden und -formate (weiter) zu entwickeln, um außerwissenschaftliche Partner am gesamten Prozess der Wissenserzeugung zu beteiligen und wissenschaftliche und gesellschaftliche Lernprozesse in den Kontexten Co-Kreation und Klimawandel anzuregen.

Welche Maßnahmen zur Umsetzung dieser Ziele sind geplant?

Zur Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klima- und Strukturwandel ist ein Austausch von lokalem Wissen zu Gefahren und möglichen Folgen notwendig. Gemeinsam mit den Partnern aus der Region arbeitet Co-Site in co-kreativen Prozessen lokal spezifische Strategien, Maßnahmen zur Klimawandelanpassung sowie zur Minderung von Naturgefahren. Zudem führt das Vorhaben Veranstaltungen mit und für Bürgerinnen und Bürger und Schülerinnen und Schüler durch. Co-Site bringt unterschiedliche Wissensformen agil in greifbare Formate, um eine dialoggruppengerechte Kommunikation zu gewährleisten und alle Akteure am gesamten Prozess der Wissenserzeugung zu beteiligen. Das Vorhaben ermittelt Weiterbildungsbedarfe und entwickelt co-kreativ Weiterbildungsformate für Change Agents, die an der Schnittstelle von Klimaanpassung, Katastrophenschutz und Ökosystemmanagement agieren. Parallel dazu baut Co-Site gemeinsam mit Partnern ein digitales Informationssystem zur kommunalen Klimaanpassung auf. Ergänzt wird dieses durch ein virtuelles Labor im Co-Creator-Space, in dem virtuelle Simulationen zusammengeführt werden können. Aus den im und aus dem Co-Site-Reallabor durchgeführten co-kreativen Prozessen entschlüsselt Co-Site erfolgreiche Transfer- und Kommunikationsmuster, um daraus Weiterbildungen, Empfehlungen, Leitfäden, ein Evaluations- und Monitoringkonzept sowie ein Anreizsystem abzuleiten.

Wie agiert das Vorhaben in der Region?

Insbesondere die Partner aus der Zivilgesellschaft, den Kommunen bzw. Landkreisen und der Wirtschaft werden am gesamten Prozess der Wissenserzeugung beteiligt. Mit den Partnern stärkt das Vorhaben die Vernetzungs- und Kommunikationsstrategien zwischen relevanten Akteursgruppen und generiert so lokales Transformationswissen. Dabei möchte Co-Site die lokal relevanten Interessens- und Anspruchsgruppen untereinander vernetzen und tragfähige themenspezifische Netzwerke mit langfristigem Bestand etablieren. Das Vorhaben startet, in Kooperation mit der Stadt Leverkusen, Stadt Kerpen und dem Rhein-Erft-Kreis, mit einer Analyse von Interessens- und Anspruchsgruppen, um Akteure zu identifizieren und einzubinden, die über die gegenwärtig als Partner gewonnenen Stakeholder hinausgehen.