Agroforst mit Sichtachsen im „Alten Tiergarten“ Datum: , Thema: TransRegINT
In Kleve am Niederrhein haben sich Hochschule, Kommune und Landwirtschaftskammer zusammengetan und eine Agroforst-Demonstrationsfläche angelegt. Das Pilotprojekt „Alleen 3“ verbindet Wissenschaft und Praxis, um Optionen für die Landwirtschaft der Zukunft zu erforschen.
Agroforstwirtschaft (Agroforst) beschreibt eine gemischte Landnutzungsform, bei der Gehölze mit einer Landwirtschaftlichen Nutzfläche kombiniert werden. Das Agroforstprojekt „Alleen 3“ ist in Kooperation der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) mit der Stadt Kleve und dem Landwirtschaftlichen Versuchszentrum Haus Riswick entwickelt worden und wird vom IHS-Projekt TransRegINT koordiniert. Eine Besonderheit der Klever Agroforst-Fläche ist, dass sie als Gartendenkmal auf der Denkmalliste der Stadt Kleve eingetragen ist. Da die ursprüngliche Anlage mit Sichtachsen geplant wurde, fanden diese im Projekt „Allee3“ Berücksichtigung.
Die Gehölze in Alleen 3
Ein zentrales Anliegen aller Beteiligten stellt das Erproben verschiedener Kombinationen von Gehölzen und Streifenbreiten am Niederrhein dar. Agroforstsysteme sind so unterschiedlich, wie die Standorte, an denen sie gepflanzt werden, sowie der gewünschte primäre Nutzen für den Betrieb. Diese Variabilität spiegelt sich nicht zuletzt auch in den Kosten wider. Wichtige Faktoren sind dabei: Gehölzwahl, Pflanzdichten, Verbissschutz, Bewässerung sowie die Arbeitszeit für das Anlegen, Pflegen und Ernten der Systeme. Weitere Forschungsthemen werden in Zukunft das Mikroklima, der Boden, der Kohlenstoffhaushalt und die Wirtschaftlichkeit sein.
Steigerung der biologischen Vielfalt
Ein weiteres Kriterium für die Gehölzwahl und den Pflanzplan ist die Gestaltung der Fläche als biodiverses System. Der Schwerpunkt der Pflanzung liegt auf Industrie- und Werthölzern. Für eine größtmögliche biologische Vielfalt wurden zudem schwachwachsende Straucharten wie etwa Eberesche, Himbeere und Besenginster gepflanzt. Da die Agroforst-Demonstrationsfläche Teil der Landesgartenschau 2029 sein wird, ergänzen aus ästhetischen Gründen auch Gehölze mit Zierwert wie etwa Rosen und Blasenstrauch die Pflanzung. Zusätzlich werden standortangepasste Blühmischungen ausgebracht. Die Ackerfläche zwischen den Gehölzstreifen wird für den Futterbau bewirtschaftet.