Navigation und Service

Klangerfahrung: Zu Gast im ligeti zentrum Datum: , Thema: LIGETI

Das ligeti zentrum bietet als interdisziplinäres Innovationszentrum Forschenden die Möglichkeit ihre Ideen im Diskurs zu entwickeln und zu testen. Der im Artistic Research Lab tätige Quirin Nebas und der Gastwissenschaftler Walker Smith experimentieren beide mit Klängen, um Kunst beziehungsweise Chemie einem breiten Publikum zu vermitteln.

Holzplatte mit Elektronik darunter und Standfüßen.
Im Artistic Research Lab entwickelt der Sound Designer Quirin Nebas Klangskulpturen. Dabei ebnen Prototypen den Weg. Quelle: Quirin Nebas

Der Sounddesigner Quirin Nebas entwickelt im Artistic Research Lab des ligeti zentrums interaktiv nutzbare Ausstellungsstücke, die durch die Bewegung der Besucherinnen und Besucher Klänge erzeugen. Die Grundidee ist eine selbstwirksame Erfahrung von Klang. Dem Spiel- und Experimentierfaktor kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

Im ligeti zentrum arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verbundpartner des IHS-Projekts LIGETI aus den Bereichen Musik, Medien, Theater, Therapie and Technologie unter einem Dach. Mit Ausstellungen, Workshops und Vorträgen laden sie die Öffentlichkeit ein, an Austausch teilzuhaben. Quirin Nebas empfindet es als große Bereicherung, seine Prototypen mit direktem Feedback sowohl durch das interdisziplinäre Kollegium im ligeti zentrum als auch durch die Besucherinnen und Besucher weiterzuentwickeln.

Das Periodensystem in ein Musikinstrument verwandeln

Ebenfalls dem „Klang“ widmet sich der Chemiker und Komponist Walker Smith, der seit Juni 2025 Gastwissenschaftler am ligeti zentrum ist. Er nutzt die Eigenschaft der Moleküle sich unterschiedlich stark zu bewegen, wenn sie angeregt werden, um Klänge zu erzeugen. Normalerweise werden diese Bewegungen bzw. Frequenzen in Spektralfarben gemessen, da jedes Molekül ein einzigartiges, wiederholbares Lichtspektrum zeigt. Als Doktorand in computerbasierter Musiktheorie und Akustik an der Stanford University kam Walker Smith auf die Idee, die Frequenzen in Klänge zu übersetzen, indem er die gemessenen Lichtfrequenzen in Schallfrequenzen übertrug. Nun klingen die Moleküle in Form von mikrotonalen Tonleitern und schaffen für jedes Element ein individuelles musikalisches Muster.

Künstler spielt auf einem farbenfrohen Keyboard.
Als Roy G. Biv übersetzt der Gastwissenschaftler Walker Smith das Periodensystem in Klänge. Quelle: Nadine Schwalb

In seinen Werken „The Sound of Molecules“, einer multimedialen Musik- und Wissenschaftsshow, und „Interactive Musical Periodic Table“ kombinierte er so die zwei Disziplinen Chemie und Musik. Am ligeti zentrum stellte er im September 2025 in der Vortragsperformance „Das wohltemperierte Periodensystem“ seine wissenschaftliche, pädagogische und musikalische Herangehensweise vor.