4. Workshop 2020

Verstetigung und Nachhaltigkeit: Gedankenaustausch beim virtuellen Workshop der „Innovativen Hochschulen“

Ursprünglich noch als „realer“ Workshop für das Frühjahr 2020 in Augsburg geplant, fand der 4. Workshop der Förderinitiative „Innovative Hochschule“ am 21. September als digitale Veranstaltung im virtuellen Raum statt. 63 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten einen Vormittag lang unter anderem darüber, wie die durch die „Innovativen Hochschulen“ geschaffenen Strukturen langfristig erhalten bleiben können.

Die Teilnehmenden der digitalen Workshops (Quelle: Projektträger Jülich)

Alexander Wirp, Referent im Bundesministerium für Bildung und Forschung, eröffnete den Workshop mit einem großen Lob an die 48 „Innovativen Hochschulen“: Das Engagement im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und die Unterstützung der Hochschulen in dieser Zeit seien bemerkenswert gewesen. Dadurch zeige sich gut, wie nachhaltig die geschaffenen Strukturen bereits seien. Damit leitete er den Workshop thematisch ein, bei dem sich alles um die zentrale Frage „Wie kann es gelingen, die etablierten Strukturen, entwickelten Formate und besetzten Stellen nach Ablauf der ersten Förderrunde Ende 2022 zu erhalten?“ drehte.

Verstetigung - Ideen und Hindernisse: Denkanstöße durch Perspektivwechsel

Zur Diskussion über Möglichkeiten, Hindernisse, Chancen und Risiken von Verstetigungsprozessen wurde erstmals das Format „IHS-Denkhüte“ erprobt. Es basiert auf einer von Edward de Bono 1986 vorgestellten Kreativitätstechnik namens "Six Thinking Hats" (6-Hüte-Methode). Sechs Gruppen betrachten dabei ein Thema aus jeweils nur einer Perspektive – beispielsweise aus einer kritischen, einer kreativen oder einer analytischen. Die vorgegebene Perspektive schafft einen Rollenspielcharakter und ermöglicht den Diskutanten ein Loslösen von ihrer eigenen Ansicht. Das schafft Raum für neue Denkansätze und Ideen. In den Diskussionen kristallisierte sich heraus, dass Verstetigungskonzepte nur erfolgsversprechend sind, wenn sowohl interne als auch externe Rahmenbedingungen erfüllt sind. So muss eine Kultur der Wertschätzung für den Transfer an den Hochschulen über alle Hierarchie-Ebenen genauso vorhanden sein („Transferstrategie leben“) wie eine überzeugende Darstellung der Notwendigkeit und Relevanz bei den für eine Verstetigung relevanten Stakeholdern – wie zum Beispiel Transferpartner und Landesregierungen („rekursiver Transfer“). Zudem bedarf es eines „Kernteams“ an langfristig vorhandenen Mitarbeitenden, die den Transfer an einer Hochschule unterstützen – so ein weiteres Ergebnis der Diskussionen.

Diskussionen im IHS-Camp

Ansprechen, was die „Innovativen Hochschulen“ wirklich bewegt – dafür bot auch dieses Mal wieder das seit Start der Workshop-Reihe sehr beliebte „IHS-Camp“ eine Möglichkeit. Dabei wurden in drei Räumen unterschiedliche, ad-hoc vorgeschlagene Themen diskutiert: In Raum 1 wurde die Diskussion um Nachhaltigkeit, Kontinuität der Transferinstitutionen, Finanzierungsmodelle und Organisationsmodelle fortgesetzt. Eine Verstetigung der Transferinstitutionen ist aufgrund ihrer hohen Bandbreite und Diversität eine große und für jede Hochschule individuelle Herausforderung, insbesondere in Bereichen, die nicht mit wirtschaftlichen Aktivitäten refinanziert werden können. Dabei, so die Diskutanten, gelte es, die Freiheit von Forschung und Transfer zu gewährleisten. Letztendlich sei dies nur durch ein dauerhaft an der Hochschule etabliertes Transfer-Kernteam möglich. Die Teilnehmenden im zweiten Raum diskutierten zum Thema „Transfer“ als Studieninhalt / Mehr Professuren zu Innovations- und Transferforschung“. Es wurden Best Practice-Beispiele aus dem Service Learning-Bereich, zu verschiedenen Transfer-Qualifikationsprogrammen sowie aus der Weiterbildung vorgestellt. Im Raum 3 ging es um „Anerkennung der Transferisten“, denn nach wie vor, so die Ausgangslage, sei die Anerkennung für Transferleistungen geringer als für Lehre und Forschung. Die Wissenschaftskommunikation als wichtiges Bindeglied und das Berufsbild des Transfermitarbeiters waren weitere diskutierte Aspekte.

Ausblick: der nächste Workshop ist in Planung – „real“ oder virtuell

In seinem Schlusswort bedankte sich Herr Wirp bei allen Teilnehmenden. Trotz aller digitaler Möglichkeiten wäre ein physisches Treffen beim nächsten Workshop sehr schön, da insbesondere das Community-Building die Grenzen der „Digitalisierung“ aufzeige. Mit einem Ausblick auf die virtuelle IHS-Konferenz "Innovation durch (digitale) Interaktion" am Folgetag endete der Workshop.

 

 

 

 

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