Neuigkeiten
04.03.2020 | IHJO

Promotion – und dann? Die IHJO will die Graduiertenförderung bedarfsgerecht ergänzen

Podiumsdiskussion in Lüneburg
Sandra Heinemann bei der Podiumsdiskussion der Konferenz „The Future of Graduate Education“ in Lüneburg. (Quelle: Jan-Bennet Vollmer)

Spätestens mit Abschluss ihrer Promotion stellt sich Promovierenden die Frage nach der beruflichen Zukunft. Dass die Hochschulen nicht genug Stellen für alle Promovierten verfügbar machen können und der außerhochschulische Arbeitsmarkt wenig auf Promovierte vorbereitet ist, erschwert den Berufseinstieg. Die „Innovative Hochschule Jade-Oldenburg!“ entwickelt und erprobt daher ein Coaching-Programm für Promovierende. Die Resonanz ist positiv.

In Deutschland promovieren jährlich rund 30.000 Doktorandinnen und Doktoranden. Immer mehr Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler stehen einer nur wenig wachsenden Zahl hochschulischer Stellenangebote gegenüber. Nur 17 Prozent der Promovierten bleiben langfristig in einer wissenschaftlichen Karriere und arbeiten mehr als fünf Jahre nach ihrer Promotion an einer Hochschule. Für viele Graduierte wird eine Orientierung in Richtung Unternehmen, Behörden und Kultureinrichtungen daher sinnvoll.
Während Graduierte international – vor allem in den USA und Großbritannien – auf den außerhochschulischen Berufseinstieg vorbereitet werden, finden sie im deutschsprachigen Raum nur vereinzelt professionelle Unterstützung. Aber auch hier ist der Bedarf nach einer Ergänzung der Graduiertenförderung erkannt. Denn „Promovierte haben erschwerte Bedingungen auf dem außerhochschulischen Arbeitsmarkt. Sie konkurrieren mit rund fünf Jahre jüngeren Master-Absolventinnen und Absolventen, die Berufserfahrung und aus Sicht der Unternehmen hinreichend fachliche Kompetenzen mitbringen“, sagt Sandra Heinemann, Referentin für außeruniversitäre Karrierewege der „Innovativen Hochschule Jade-Oldenburg!“ (IHJO).

Das Graduiertenprogramm der IHJO trifft einen Nerv
Das Programm „Promotion – und dann?“ richtet sich an Promovierende, die sich in dieser Situation Unterstützung wünschen. Unter Anleitung einer Trainerin lernen die Teilnehmenden in Einzel- und Gruppencoachings, sich auf dem außerhochschulischen Arbeitsmarkt zurecht zu finden und sich für den passenden Berufsweg zu entscheiden. Workshops zu überfachlichen Kompetenzen und Netzwerk-Veranstaltungen ergänzen das Angebot.
Auf der Konferenz „The Future of Graduate Education“ – ausgerichtet am 29. November 2019 durch die Leuphana Universität Lüneburg – stellte Heinemann das Coaching-Programm für Promovierende vor. „Die Resonanz der Teilnehmenden aus anderen Hochschulen zeigte, dass vereinzelte Angebote für Promovierende auf dem Weg in eine außerhochschulische Karriere nicht fruchten,“ resümiert Heinemann. „Im Gegensatz dazu wird das Angebot für Promovierende der IHJO stark nachgefragt. Für 2019 war das Programm mit zehn Plätzen schnell ausgebucht. Für das Frühjahr 2020 planen wir einen weiteren Coaching-Prozess, für den die Warteliste fast voll ist. Wir treffen einen Nerv und sind froh, unsere Konzepte nah am Bedarf der Promovierenden weiterentwickeln zu können. Nur so lassen sich neue bedarfsgerechte Elemente langfristig in die Graduiertenförderung integrieren.“

Das Programm „Promotion – und dann?“

Unsere Website verwendet Cookies und die Analytics Software Matomo. Mehr Information OK