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21.01.2020 | Innovative Hochschule, LEONARDO

„Phantom Zone“ von „LEONARDO“ – eine Augmented-Reality-Performance

Ein Besucher entscheidet sich, einen der beiden Hauptdarsteller doch lieber ganz auszublenden. (Quelle: LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation)
Ein Besucher entscheidet sich, einen der beiden Hauptdarsteller doch lieber ganz auszublenden. (Quelle: LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation)

Die Besucherinnen und Besucher zu den Regisseuren ihrer eigenen Wirklichkeit machen – das ermöglichte „Phantom Zone“, eine App-unterstütze Virtual- und Augmented-Reality-Performance, die am 16. November 2019 in Nürnberg ihre Uraufführung feierte. Entstanden ist die innovative Idee im „LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation“.

Ein weißer Hase, mithilfe von Augmented-Reality in die (scheinbar) reale Welt integriert, führte am 16. November 2019 die interessierten Besucherinnen und Besucher vor die Tore der St.-Martha-Kirche in Nürnberg. Dort erwartete sie die „Phantom Zone“ – eine interaktive semi-reale Installation und Performance. In einer frei begehbaren surrealen Traumwelt aus goldenen Ballons und aufblasbaren Schwimm-Inseln agierten drei Live-Darsteller: Neben dem professionellen Tänzer Johannes Walter und dem Bühnenschauspieler Max Rohland gab auch Pepper sein Debüt, ein humanoider Roboter, dem von Simon Seibt (Technische Hochschule Nürnberg) Leben eingehaucht wurde und der verdeutlichte, dass es nicht nur eine menschliche Perspektive zu Kunst und Leben gibt.

Regie führten jedoch die Zuschauerinnen und Zuschauer. Mithilfe einer Augmented-Reality-App hatten sie die Möglichkeit, die Realität – so wie sie auf dem eigenen Display ihres Smartphones oder Tablets erschien – zu verändern, zu ergänzen oder gar auszutauschen und so im kreativen Schöpfungsprozess zu kollaborieren.

Initiiert und entwickelt wurde „Phantom Zone“ von den beiden Lehrbeauftragten Alexandra Rauh und Gunnar Seidel in Zusammenarbeit mit dem Vorhaben „LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation“, das in der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert wird. Studierende der Hochschule für Musik Nürnberg und der Technischen Hochschule Nürnberg kooperierten für einen konzeptionellen und funktionalen Handschlag aus Tanz, Theater und Technik. So entwickelten beispielsweise Studierende aus dem Masterstudiengang Medieninformatik der Fakultät Informatik die Augmented-Reality-App, welche die Manipulation der realen (wenn auch surreal anmutenden) Traumwelt erlaubte.

Eine Performance über Täuschung und Wirklichkeit

Die digitale Wahrnehmung des menschlichen Körpers stand im Fokus von „Phantom Zone“. Denn unsere digitalen Augen lügen: Trotz Smartphone-Kameras, die unsere Gesichtszüge automatisch (und ohne unser Wissen) hin zu mehr Symmetrie optimieren, und Apps, die unser digitales Erscheinungsbild als Objekt ständiger Perfektionierung begreifen, bleibt unser realer Körper immer erhalten. Nur als was? Als reine Fehlerquelle oder – im Angesicht des religiösen Aufführungsortes – doch von Natur aus perfekt?

Die Performance wurde zur Assoziationsfläche, die Gäste verfolgten und inszenierten zugleich eine intensive körperliche Tanzperformance. Sie thematisierten den gesellschaftlichen Umgang mit menschlichen Schwächen, Fehlern und dem Scheitern.

 

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