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18.01.2021 | Innovative Hochschule, ODPfalz

ODPfalz: Smarter Rollstuhl schützt vor Schäden durch Druckbelastung

Der smarte Rollstuhl der Hochschule Kaiserslautern (Quelle: Jörg Blinn)
Der smarte Rollstuhl der Hochschule Kaiserslautern (Quelle: Jörg Blinn)

Wie können Apps und Technologie das Leben von im Rollstuhl sitzenden Menschen verbessern? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Team um Prof. Dr. Antoni Picard an der Hochschule Kaiserlautern – und kann schon einige Ideen präsentierten.

Smarte Handys, smarte Häuser, smarte Uhren: All das gibt es schon. Bald könnten sich Rollstühle dazugesellen. Prof. Antoni Picard vom Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik an der Hochschule Kaiserlautern entwickelt mit seinem Team aktuell einen smarten Rollstuhl.

Dieser smarte Rollstuhl verfügt bereits über eine smarte Rückenlehne und eine smarte Sitzauflage. Diese sollen der bei langer Druckbelastung oft auftretenden Schädigung von Haut und Gewebe vorbeugen. Mithilfe der eingebauten Sensorik im Rollstuhl und der App „SitWatcher“ sollen Nutzerinnen und Nutzer von Rollstühlen vor zu langer Inaktivität gewarnt werden. Jörg Blinn von der Hochschule Kaiserlautern erklärt: „SitWatcher“ erfasst die Dauer des aktuellen Belastungszustandes. Bei zu langem ruhigen Sitzen werden die Rollstuhlfahrenden durch audiovisuelle oder haptische Hinweise auf die Inaktivität aufmerksam gemacht. Das Zeitintervall zwischen den Warnungen und die Warnmethode ist dabei über ein Smartphone einstellbar.“

Nutzung des Rollstuhls für Rehabilitations- und Fitnessspiele – und die nächste Entwicklung  

Die Sitzauflage dient außerdem als „Game Controller“, um spezielle Rehabilitations- oder Fitnessspiele (sog. Exergaming) zu steuern. Die Motivation zur Durchführung gesundheitsfördernder Übungen soll auf diese Weise bei den Nutzerinnen und Nutzern gesteigert werden. Dafür arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Kaiserlautern bereits an der nächsten Entwicklung: Die am Rollstuhl verbauten Sensoren sollen durch ein „Sensor Shirt“ ergänzt werden. Dieses würde dann auch die Bewegungen des Oberkörpers erfassen.

Der smarte Rollstuhl wird im Verbundvorhaben ODPfalz der Hochschule Kaiserslautern, der Technischen Universität Kaiserslautern sowie des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik entwickelt und spiegelt das Ziel des Vorhabens sehr plastisch wieder: Die Digitalisierung in den fünf Bereichen Bildung, Gesundheit, Fahrzeuge, Produkte und Kreativität voranzubringen.

Link zur Pressemitteilung: https://www.hs-kl.de/hochschule/aktuelles/projekte-und-menschen/pm-2020-11-16-smarter-rollstuhl-schuetzt-vor-schaeden-durch-druckbelastung-entwicklung-der-hochschule-kaiserslautern-campus-zweibruecken

 

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