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08.04.2021 | Innovative Hochschule

FH-Dialog: Bundesministerin Anja Karliczek im Gespräch mit Studierenden der Fachhochschule Münster

Quelle: (PtJ)
Die Teilnehmenden des FH-Dialogs (Quelle: PTJ)

Was bewegt Studierende an Fachhochschulen in Zeiten der Pandemie? Und was können sie trotz der erschwerten Umstände Positives mitnehmen? Diese und weitere Fragen diskutierte Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, bei ihrem virtuellen Besuch an der FH Münster mit Studierenden.

Die Corona-Pandemie hat große Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in Deutschlands – und damit selbstverständlich auch auf den Hochschulalltag. Seit Beginn der Pandemie ist Präsenzlehre eher die Ausnahme, Vorlesungen, Seminare, sogar Prüfungen finden in der Regel digital statt. Das stellt Studierende vor Herausforderungen, die sie im Rahmen des „FH-Dialog“ mit Bundesministerin Anja Karliczek diskutierten.  

Doch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf die Fachhochschule/Hochschulen für angewandte Wissenschaften war nicht das einzige Thema, dem sich Ministerin Karliczek bei ihrem rund zweieinhalbstündigen, virtuellen Besuch an der FH Münster widmete – auch die allgemeine Lage und Zukunft der Fachhochschulen kamen auf die Agenda. Zum Auftakt tauschte sich die Bundesministerin mit politischen Vertreterinnen und Vertretern der Region aus – unter anderem mit Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und der Regierungspräsidentin Dorothee Feller, die die Bedeutung der FH Münster für die Region als „Innovationsabteilung des Mittelstands“ auf den Punkt brachte.

Gespräch mit den Studierenden

Im Mittelpunkt des Besuchs stand aber der Dialog mit den Studierenden. Studierende aus Fachrichtungen wie Energietechnik, nachhaltiger Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft, Design oder sozialer Arbeit nahmen die Gelegenheit zum Austausch mit der Bundesministerin wahr. Was sie trotz ihrer unterschiedlichen Fachrichtungen verbindet, wurde auf die erste Frage der Bundesministerin nach der Motivation ihres Studiums an der FH deutlich: Alle Studierenden hatten sich insbesondere aufgrund der Nähe zur Praxis für die FH Münster entschieden.

Dass diese Praxis-Nähe derzeit eingeschränkt ist, weil Praktika nicht zustande kommen oder Unternehmen keine Werksstudierenden einstellen – das ist nur eine der Auswirkungen der Pandemie, um die sich die Studierenden sorgen. Ergänzend legte eine vom AStA der Hochschule durchgeführte Umfrage weitere Sorgen offen: Die Bewältigung der Prüfungen, die Einschränkung der Gesprächskultur, die nicht immer gut funktionierende digitale Lehre. Diese Herausforderungen sind bekannt. Die Digitalisierung sei ein Langzeitprojekt, sagte Bundesministerin Karliczek, das mit Beginn der Pandemie allerdings an Fahrt aufgenommen habe. Die Weiterentwicklung müsse nun Schritt für Schritt vorangehen.

Denn immerhin bringt die Online-Lehre auch Vorteile mit sich. Sie ermöglicht ein flexibles, selbstbestimmtes Studium, das auch einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten könne. Sicher ist sich die Ministerin, selbst Absolventin der Fernuniversität Hagen , dass das selbstbestimmte Studium in den nächsten Jahren einen größeren Raum einnehmen werde.

Ein Spiegel, der Ratschläge gibt

Neben der guten Lehre ist es der FHMünster aber auch wichtig, Beiträge zu leisten, die die Lebensqualität in der Region steigern. Ein exemplarischer Baustein dafür: münster.land.leben, ein Vorhaben der Bund-Länder-Förderinitiative „Innovative Hochschule“. Carsten Schröder, Vizepräsident der FH, betonte die Bedeutung der „Innovativen Hochschulen“ für die FH Münster. Die Innovative Hochschule habe das Ansehen der FH in der Region weiter steigern können, so Schröder. Wie „münster.land.leben“ konkret zur Verbesserung der Lebensqualität in der Region beiträgt, zeigten dann wissenschaftliche Mitarbeitende und Studierende anhand zweier Projekte: „Dorf 4.0“ und „Smart Mirror“.

„Dorf 4.0 – Gemeinschaft zwischen Tradition und Wandel“ legt den Fokus auf das Dorf Ellewick-Crosewick im Kreis Borken. In diesem 1500-Einwohner-Ort sollen digitale Technologien dazu beitragen, die Daseinsversorgung zu sichern. Die FH Münster und die Bürgergenossenschaft Use Dorp setzen dabei auf den Dialog mit der Bevölkerung. Interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten Wünsche äußern und gemeinsam Ideen entwickeln. Vor allem eine Idee hatte es den Einwohnern angetan: eine App, die Nachbarschaftshilfe besser koordiniert. Ein Prototyp dieser App befindet sich aktuell in der Entwicklung, auch andere Ortschaften haben schon Interesse angemeldet.

Ziel des Projekts Smart Mirrors ist es, die Achtsamkeit für die eigene Gesundheit zu fördern und so die Gesundheitskompetenz der Bürgerinnen und Bürger im Münsterland zu steigern. Wichtigstes Element dafür ist ein interaktives Display, das an eine Mischung aus übergroßem Handybildschirm und Spiegel erinnert. Nutzerinnen und Nutzer werden durch verschiedene Fragen aufgefordert, mit dem Spiegel zu interagieren, unter anderem, indem sie wie an einem digitalen Snackautomaten Lebensmittel auswählen können, die regelmäßig auf ihrem Speiseplan stehen. Anschließend gibt der Smart Mirror Feedback und macht konstruktive Ratschläge. Die Ministerin zeigte sich begeistert von diesem innovativen, interaktiven Format – denn nicht zuletzt die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Gesundheit für alle Bürgerinnen und Bürger ist.

Das Vorhaben münster.land.leben

münster.land.leben ist ein Projekt der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule.“ Das Projekt geht eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen an, die nur von vielen Partnern gemeinsam gestaltet werden kann: Gesundheits-versorgung, Teilhabe und Wohlbefinden im ruralen Raum. Nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels und der Auswirkungen der Globalisierung ist dies ein Zukunftsthema. In insgesamt 13 Teilprojekten will das Projektteam von „müns-ter.land.leben“ die für den Gesundheits- und Versorgungssektor spezifischen Transferhemmnisse grundlegend verstehen, die Austauschprozesse zwischen Wissenschaft und Gesellschaft anpassen und vor allem operative Maßnahmen im Münsterland langfristig verankern. Zur Vorhabenseite.

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