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27.05.2019 | IMPACTRheinMain

IMPACT RheinMain: Symposium zum Thema Künstliche Intelligenz und Smart Citys

Podium (v.l.): Kai Strittmatter, Süddeutsche Zeitung, Carsten Knop, FAZ, Ralph Schroeder, University of Oxford © Lisa Mohr
Podium (v.l.): Kai Strittmatter, Süddeutsche Zeitung, Carsten Knop, FAZ, Ralph Schroeder, University of Oxford © Lisa Mohr

Welche Auswirkungen haben Künstliche Intelligenz und Big Data für den urbanen Raum und wie sollen demokratische Gesellschaften auf die damit einhergehenden Gefahren reagieren? Diesen Fragen widmete sich die dritte Veranstaltung von „DIALOG IM MUSEUM“ am 04. April 2019. Die Reihe ist ein Teilvorhaben von „IMPACT RheinMain“ und ein Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt a. M.

DIALOG IM MUSEUM #3 diskutierte vor über 100 Gästen mit einer Reihe von Expertinnen und Experten, ob staatliches Datensammeln eher der Überwachung diene oder auch ein Garant für Datenschutz sein könne. Hierfür gab Kai Strittmatter, langjähriger Chinakorrespondent der Süddeutschen Zeitung, eingangs Einblicke in das chinesische Social-Scoring-System. Denn in China wird individuelles Sozialverhalten durch Anreize und Sanktionen gesteuert – natürlich im Sinne politischer Vorgaben. Das Beispiel der USA, deren Regierung der Sammelwut großer Internetkonzerne kaum regulierend entgegenwirkt, zeige jedoch, dass auch demokratische Staaten nicht per se effektiven Datenschutz durchsetzen würden, wie Prof. Ralph Schröder vom Oxford Internet Institute zeigte. Um den Einfluss der Bürgerinnen und Bürger auf den Umgang mit ihren Daten bei gleichzeitig hohem Schutz der Privatsphäre sicherzustellen, wird im Vorhaben „IMPACT RheinMain“ das Modell einer „Bank für Daten“ entworfen. Diese diene als Mittler zwischen den Kundinnen und Kunden sowie dem Unternehmen oder Staat, die solche Daten schließlich transparent für einen fairen Preis erwerben könnten, wie der wissenschaftliche Leiter der „Innovativen Hochschule“ Prof. Thomas Heimer skizzierte. In Sachen Datensicherheit seien allerdings die Nutzenden selbst in der Pflicht, etwa durch gut geschützte Passwörter, so die Kernthese von Wolfgang Niedzilla, Geschäftsführer VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH. Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs, verwies auf den Unterschied zwischen IT-Sicherheit und Datenschutz: Während es für Ersteres größtenteils technische Lösungen gäbe, sei der Datenschutz auch nach Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) noch nicht hinreichend erfüllt.

Die Smart City als Labor für technologische Veränderungen

Einige Großstädte experimentieren bereits mit Autonomem Fahren und passen die Straßen zum Beispiel durch die Vernetzung von Ampelanlagen an. Für Alain Thierstein, Professor für Raumentwicklung an der TU München, haben solche technologischen Neuerungen auch Auswirkungen auf das soziale Miteinander und die Architektur einer Stadt. Bei der Nutzbarmachung der technologischen Innovationen geht es allerdings nicht nur darum, den urbanen Raum zu verändern, sondern vor allem darum, die Gesellschaft in die Entwicklungspfade ihrer Smart City einzubeziehen. Dieses Ziel verfolgen auch die Transferprojekte von „IMPACT RheinMain“ im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“.

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